Die Geschichte Kolberg / Kolobrzeg
beginnt schon im 8 Jahrhundert.
Archäologischen Untersuchungen zeigen, dass hier bereits zwischen dem 7. und dem 8. Jahrhundert eine Siedlung bestand. Dieses Siedlung diente der Ausbeutung der Salzquellen an der Mündung der Persante
.
Erstmalig wird Kolberg in einer Chronik des deutschen Bischofs Thietmar von Mersburg um das Jahr 1000 erwähnt. In dieser Chronik wird von einem Bistum unter dem Namen salsa Cholbergiensis gesprochen, der Bischof soll Reinbern aus Sachsen sein.
Um 1255 erhält Kolberg das Stadtrecht nach dem Lübischen Recht. Die Bürger leben vorwiegend vom Seehandel, dem Salzabbau und der Fischerei.
Mit dem Bau einer Hauptkirche (dem heutigen Kolberger Dom) wird um das Jahr 1300 begonnen.
1361 wird Kolberg in die deutsche Hanse aufgenommen und verbleibt hier bis zum Jahre 1610. Haupteinnahmenquellen in dieser ersten Blüzezeit sind die Salzproduktion, der Salzhandel und der Fischfang.
Seit Anfang des 14. Jahrhunderts dürften in Kolberg Münzen geprägt werden. Nicht geprägt werden durften Goldmünzen. Kaiser Karl V. betsätigte 1548 das Münzrecht.
Die Reformation erreichte Kolberg im Jahre 1530.
Durch den 30jährigen Krieg und dessen Folgen wurde Kolberg sowie grosse Teile von Pommern regelrecht entvölkert. Im 17. Jahrhundert wurde die "Festung Kolberg" mehrfach belagert (u.a. im Siebenjährigen Krieg 1756-1763).
1807 belagerten die Truppen Napoleon Bonapartes die Stadt.
August Neidhardt von Gneisenau wurden von König Friedrich Wilhelm III. von Preußen als neuer Kommandant in die eingeschlossene pommersche Festung Kolberg (Kolobrzeg) an der Ostsee entsandt, wo er am 29. April 1807 auf dem Seeweg
eintraf. Gemeinsam mit dem Bürgervorsteher Joachim Nettelbeck organisierte Gneisenau die Verteidigung der Festung Kolberg durch reguläre Truppen und Bürgermilizen. Der Waffenstillstand zwischen Preußen und Frankreich beendete den Kampf um Kolberg am 2. Juli 1807.
Nach der Neuorganisation der Kreisgliederung im preußischen Staat nach dem Wiener Kongress gehörte die Stadt Colberg (damalige Schreibweise) 1816 zum Kreis Fürstenthum im Regierungsbezirk Cöslin (seit den 1920er Jahren: Köslin) in der preußischen Provinz Pommern. Mit Auflösung des Kreises Fürstenthum zum 1. September 1872 wurde Colberg Sitz des Landrates für den neuen Kreis Colberg-Cörlin.
In der Festung Kolberg wurden immer wieder bekannte Persönlichkeiten inhaftiert, so z.B. Friedrich Ludwig Jahn ("Turnvater Jahn"), Arnold Ruge (Schriftsteller) und Heinrich Schliemann (Entdecker von "Troja").
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Kolberg zu einem preußischen See-, Moor- und Solebad. Die Festung wurde 1872 auf kaiserliche Anordnung aufgehoben. Die etwa 33.000 Einwohner große Stadt war am Anfang den 20 Jahrhunderts einerseits ein prosperierender Badeort, andererseits Sitz von preußischen Heeresleitungsabteilungen mit zahlreichen Kasernen.
1891 wurde durch amtliche Festlegung die Schreibweise der Stadt mit "K" = Kolberg angeordnet. Am 1 Mai 1920 wurde Kolberg ein eigener Stadtkreis.
1939 fand die letzte deutsche Volkszählung statt. Kolberg hatte damal 39760 Einwohner, davon waren 94% evangelischen Glaubens.
Die Stadt wurde im Zweiten Weltkrieg zu 90% zerstört (hauptsächlich in den letzten Kriegstag, weil der Ort zur Festung erklärt wurde - so ein Schwachsinn!!!) Im Mai 1945 lebten noch etwa 2.200 Deutsche in Kolberg.
Die neu hinzuziehenden polnischen Bürger der in Kolobrzegs umbenannten Stadt müssen die vollständig zerstörte Infrastruktur neu aufbauen.
1950 leben etwa 7.000 Menschen hier, 1960 sind es bereits 17.000.
Ab 1975 erfolgt eine Wende in der Baupolitik Kolobrzegs. Statt größerer Plattenbauten entstehen seitdem wieder vorwiegend kleinere Häuser auf dem alten, historischen Straßenraster.